Gastbeitrag von Laura Rösch
Die Rhönstadt ist bekannt für ihre Vielfalt an Holzschnitzkunst und genau dazu gibt es seit inzwischen 20 Jahren die Holzschnitzkurse von Claudia Fink und Roland Ehmig. Seit 2006 werden die Kurse angeboten und haben sich seitdem zu einer festen Größe entwickelt.
Mehrmals im Jahr treffen sich Anfänger und Fortgeschrittene in der Kreuzbergschule, um in kleinen Gruppen intensiv zu arbeiten. In der Regel nehmen sechs bis acht, maximal zehn Personen teil.
Die Altersspanne ist breit gefächert: Teilnehmen kann jeder ab 14 Jahren, nach oben sind keine Grenzen gesetzt.
Arbeit mit den Händen als Alltagsflucht
Auch die Zusammensetzung der Teilnehmer hat sich im Laufe der Jahre verändert. Während früher vor allem ältere Menschen an den Kursen teilnahmen, entdecken heute zunehmend jüngere Teilnehmer das Schnitzen für sich – häufig als bewusste Auszeit vom Alltag oder als eine Art Kreativurlaub.
Gerade Menschen aus Büroberufen schätzen den Ausgleich zur täglichen Bildschirmarbeit und die Möglichkeit, wieder praktisch mit den Händen zu arbeiten.
Ein Teilnehmer bringt die Vielfalt der Gruppe auf den Punkt: „Das Schöne ist, es findet sich jede Berufsgruppe wieder – vom Arzt über den Architekten bis hin zur Hausfrau ist alles vertreten.“
Auch die Motive haben sich gewandelt. Früher standen klassische Arbeiten wie Masken, Schalen oder Krippendarstellungen im Vordergrund.
Heute ist die Bandbreite deutlich größer geworden: Neben traditionellen Formen entstehen immer häufiger individuelle und kreative Werke, bei denen die Teilnehmer ihrer Fantasie freien Lauf lassen.
Vom Salzteig zum Hobby-Schnitzer-Diplom
Der Kurs folgt einem klaren Aufbau: Zunächst wird ein Modell aus Ton oder Salzteig gefertigt, das als Vorlage dient. Anschließend wird das Motiv Schritt für Schritt in Holz umgesetzt.
Besonders häufig kommt Lindenholz zum Einsatz, das sich gut bearbeiten lässt und sich ideal für Einsteiger eignet. Neben der Arbeit mit den Händen spielt auch das Gemeinschaftserlebnis eine wichtige Rolle.
Der Austausch untereinander, gegenseitige Unterstützung und gemeinsame Pausen gehören ebenso dazu wie die konzentrierte Arbeit am eigenen Werkstück.
Zum Abschluss erhält jeder Teilnehmer ein „Hobby-Schnitzer-Diplom“. Viele bleiben dem Kurs über Jahre treu und kehren immer wieder zurück. So berichtet ein Teilnehmer, der bereits achtmal teilgenommen hat: „Der Kurs ist jedes Mal ein Erlebnis.“
Was viele überrascht, ist der Zeitaufwand, der hinter den Arbeiten steckt. Schnitzen erfordert Geduld, Konzentration und Ausdauer – Eigenschaften, die im Kurs neu entdeckt oder vertieft werden.
Nach 20 Jahren ist das Interesse ungebrochen. Die Schnitzkurse in Bischofsheim haben sich etabliert und ziehen weiterhin Menschen an, die Kreativität, die Arbeit mit den Händen und eine besondere Auszeit vom Alltag suchen.
Wer mitmachen möchte, kann sich gerne auf der Homepage der Tourist-Information informieren.



